Unternehmergeist wird entdeckt

Discovering the entrepreneurial spirit! My ticket to getting involved in the world of education started with one, simple question: “How do we get more entrepreneurial spirit in this field?” My beginnings started with the Business@School Initiative at BCG. Years later, after having founded schools myself, I discovered NFTE (Network for Teaching Entrepreneurship), where I'm now a board member. This organization consists of a great group of people who do excellent work in training teachers how to open up entrepreneurial perspectives for young people, mostly in schools in socially difficult areas. In addition, NFTE also runs Biz Camps during the holidays, where students ages 14 to 17 develop business ideas and pitch them to an adult jury. Here's an Interview with Kyra Prehn and Florian Schulz-Freywald of the German Network For Teaching Entrepreneurship about their recent BizCamp!

15. November 2011 by Bea Beste

Wie funktioniert das Network For Teaching Entrepreneurship (NFTE) BizCamp? Wer bietet es an und wer kommt hin?

Das BizCamp ist von Anfang so geplant, dass es bewusst ein Mix von sozialen Hintergründen ist. Ein Teil der Schüler ist sozial stärker gefördert, ein weiterer Teil ist begabt mit Migrationshintergrund, kann aber durch seine Eltern nicht gefördert werden. Der dritte Teil betrifft benachteiligte Jugendliche mit und ohne Migrationshintergrund aus sozialen Brennpunkten. Es kommen also Gymnasiasten aus gutem Elternhaus und Schüler aus Brennpunktgebieten die zur Realschule gehen. Ziel ist, dass sie lernen, sich gegenseitig zu unterstützen und aufeinander zuzugehen. Sie sollen die Welt der Anderen kennen und schätzen lernen, damit auch im Alltag ein gegenseitiger Respekt entsteht.

Angeboten wird das BizCamp durch NFTE Deutschland e.V. In Frankfurt steht maßgeblich die Xchanging Transaction Bank als Sponsor hinter dem Konzept. Die Start Stiftung rekrutiert einige Teilnehmer bei ihren Stipendiaten.

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Wie funktioniert das BizCamp?

Die meisten Schüler besuchen das Camp in ihren Ferien. Das arbeitsintensive 6-tägige Programm geht morgens los und endet gegen 17 Uhr, danach gibt es ein Freizeitangebot.

Fünf Tage erarbeiten die Schüler eine eigene Geschäftsidee, die auf ihren persönlichen Interessen und Fähigkeiten beruht. Ein Weg ist, dass wir mit ihnen schauen, ob sie aus ihren Hobbys und Fähigkeiten ein Produkt oder eine Dienstleistung entwickeln können. Ein anderer Weg ist, dass sie sich fragen, was einen total stört und was man unbedingt ändern will.

Die passende Geschäftsidee zu finden ist nicht immer leicht, außerdem sind die Schüler sehr unter Zeitdruck. Ein schönes Erlebnis war, wie eine Schülerin mit zerrauften Haaren am 3. Tag während der Kaffeepause plötzlich strahlend und erleichtert ruft: “Jaaa! Ich habe meine Idee gefunden, endlich weiß ich, was ich will!” Sie war so überzeugt von ihrer Idee, dass sie sich für den NFTE Bundesevent ‘Schülerpreis für Unternehmergeist’ beworben hat und mit der höchsten deutschen Auszeichnung ‘NFTE Schülerin des Jahres’ prämiert wurde.

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Am letzten Tag des BizCamp präsentieren die Schüler ihren Businessplan vor einer Wirtschaftsjury. Die Aufregung ist groß und in der Nacht vor der Präsentation wird wenig geschlafen. Bis weit nach Mitternacht feilen sie an ihren Ideen und Businessplänen und machen Generalproben.

Was passiert in einem NFTE Biz Camp, was in der Schule nicht passiert?

Die Schüler arbeiten freiwillig bemerkenswert länger als in der Schule, weil sie an etwas arbeiten, was sie wirklich ganz persönlich interessiert. Obwohl am Ende ein Wettbewerb steht ist es sehr beeindruckend, wie intensiv sie sichauch gegenseitig bei ihrer Ideenentwicklung beraten und sie sich in die Ideen der anderen hineinversetzen.

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Was waren die spannendsten Ideen, die die Teilnehmer entwickelt haben?

Dazu zählen für mich: Safran-Import aus dem Iran, selbstgebaute Kugelschreiber für den amerikanischen Trend „pen-spinning“, ein Fußballverein für Dicke, Kamelmilch aus Ägypten, ein Messer welches die Vorzüge von Stahl und Keramik kombiniert, ein Buchumschlag aus Baumwolle und ein Navigationssystem für Zuhause.

Geht das noch als Ferienbeschäftigung durch oder ist es harte Arbeit für die Teilnehmer? Wo liegt der Spaßfaktor?

Es ist eher harte Arbeit, die aber irgendwann nicht mehr als solche empfunden wird, eben weil sie Spaß macht – das klassische Phänomen eines Entrepreneurs. Der Spaßfaktor kommt aber auch nicht zur kurz! Mit Ausflügen z.B. auf den Maintower und einem Kochevent zum Start! Und natürlich Zeit zum Shoppen.

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Was hat Euch überrascht?

Eigentlich ist es schon nicht mehr überraschend, aber jedes Mal dann doch wieder, dass wirklich jeder der Teilnehmer eine eigene Geschäftsidee entwickelt. Es überrascht immer wieder wie die Unterschiede der Jugendlichen nach ein paar Stunden verschwinden und sich eine tolle Gruppe formt!

Vielen Dank Kyra und Florian für dieses Interview!

Als ich am Tag der Präsentationen dazu kam, habe ich in einer Pause spontan die Teilnehmer gebeten, kurz auf einem Flip Chart die Frage zu beantworten: "Was hat das Biz Camp für mich verändert?" - hier sind die Antworten!

„Ich habe mich selbst überrascht!“ – Dennis

„Ich habe in der Woche sehr viel für meine Zukunft gelernt.“ Philipp

„Ich habe gelernt, wie viel Arbeit es ist, ein Unternehmen zu gründen.“ Marie

„Ich habe gelernt, dass man aus jedem Menschen etwas rausholen kann.“

„Ich habe gelernt, Ideen und Visionen umzusetzen.“ Peter

„Ich habe gelernt, meine Ideen durch zu setzen.“ Isabella

„Durch NFTE bin ich meiner Idee ein Stückchen näher gekommen.“ Inna

„Ich hab viel Neues über mich gelernt.“ Angelina

„Durch NFTE habe ich einen Einblick ins Unternehmertum bekommen.“ Sahra

„Ich habe unternehmerisch zu denken gelernt.“ Michael

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